Zeitmaschine in die 1970er-Jahre zurückgedreht

Bei der Feier zum 40-jährigen TCB-Jubiläum Rückblick auf eine »turbulente Zeit« – Sportliche Erfolge, Zusammenhalt und engagierte Jugendarbeit zeichnen Verein aus

Von Andrea Bohner

Biberach. Im Kreise seiner Freunde und Gönner feierte der Tennisclub Biberach am Samstag im Rietsche-Saal einen runden Geburtstag. 40 Jahre wird der Verein jung, und so wurden an diesem Abend vor allem auch viele Erinnerungen an die 1970er-Jahre wach.

Es war eine schöne Geste, dass sich Vorsitzender Klaus Gaiser und sein Vize Hendrik Hund ganz besonders bei denjenigen Anwesenden bedankten, die vor vier Jahrzehnten den Tennisclub mit aus der Taufe gehoben hatten: So Ehrenvorsitzender Rolf Jehle, das »absolute Urgestein« des TCB, der die Geschicke des Vereins von der Gründung im Jahr 1976 an 25 Jahre lang als 1. Vorsitzender gelenkt hatte. Und Wolfgang Bösinger, der als Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins und damit als Initiator, als TCB-Gründungsmitglied und natürlich auch als Bürgermeister für die Realisierung der Platzanlage mit Clubheim eine sehr große Rolle gespielt hatte. Ebenfalls gekommen war Jochen Singler, der nicht nur als Nachfolger von Rolf Jehle dem TCB von 2001 bis 2009 in vorderster Front vorgestanden war, sondern es zuvor auch auf stolze 15 Jahre im Amt des 2. Vorsitzenden gebracht hatte. Zu den anwesenden Gründungsmitgliedern zählte auch der Biberacher Ehrenbürger Ludwig Dilger, der das Amt des 2. TCB-Vorsitzenden zuvor bekleidet hatte. Nach vorne gebeten wurden zudem Erika und Heinz Gißler und Sohn Jürgen – eine Familie, die für alles Elektrische sorgt, aber auch in der Jugendarbeit engagiert war. Und Manfred Schilli, jahrzehntelang als Jugendwart und in der Platzpflege im Einsatz. Auch Camilla und Hartmut Schlieter sowie Michael Singler und Ingrid Rösch gehörten zu den Mitgliedern der ersten Stunde, ebenso der langjährige Kassier Heinrich Grießbaum und seine Frau Eugenie, die sich hatten entschuldigen müssen. Die Gäste im vollen Rietsche-Saal zollten den Geehrten mit viel Applaus ihre Anerkennung. An den kreativ dekorierten Tischen dominierte die Farbe Gelb, und ob nun bei den Blumenvasen oder den Pralinen: Überall spiegelte sich Form und Farbe eines Tennisballs wider. Für die Bewirtung sorgten die »Frauen aktiv«, und an liebevoll gestalteten Stellwänden im hinteren Bereich des Saals wurden Fotos und Zeitungsberichte aus den vergangenen vier Jahrzehnten präsentiert. Das akustische Äquivalent dazu lieferten Wolfgang Bösinger und Klaus Gaiser, welche in ihren Rückblicken die erfolgreiche Geschichte des Tennisclubs Revue passieren ließen. »Es herrschte Aufbruchstimmung«

Gegründet worden war der TCB am 3. Dezember 1976 im Gasthaus »Kreuz« von insgesamt 71 Personen, berichtete Wolfgang Bösinger. Doch dem waren schon zahlreiche Vorbereitungen vorausgegangen: Der damalige Fremdenverkehrsverein hatte in Zeiten des »Tennis-Booms« das Vorhaben angestoßen, eine achtköpfige Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Richard Mayer alles in die Wege geleitet. Ermöglicht wurde die Anlage auf dem gemeindeeigenen Grundstück im Forst aber vor allem auch durch das ein Jahr zuvor eingeweihte Waldterrassenbad, da dadurch die notwendige Infrastruktur bereits angelegt war. »Es herrschte Aufbruchstimmung«, so Wolfgang Bösinger im Rückblick auf eine »turbulente Zeit«. Voller Enthusiasmus wurde an die Realisierung der von Architekt Leonhard Wussler geplanten Anlage gegangen. Nur fünf Tage nach Erteilung der Baugenehmigung war am 5. Oktober 1977 der erste Spatenstich erfolgt. Jedes Mitglied habe damals ein Mindestsoll von 40 Stunden bringen müssen, erinnerte sich Bösinger: »Mit über 2500 geleisteten Arbeitsstunden stellte das eine großartige Gemeinschaftsleistung dar«.

Gesellschaftliches Leben bereichert

Die im Juni 1979 eingeweihte Drei-Platz-Anlage wurde 1987 durch einen vierten Platz ergänzt, wie Vorsitzender Klaus Gaiser in seinem als »Meilensteine« zusammengetragenen Rückblick auf die jüngere Vereinshistorie ausführte. Viel Wert hat der Verein in all den Jahren auf die Jugendarbeit gelegt, und auch die sportliche Bilanz kann sich sehen lassen. Ganz besondere Erwähnung fanden Jugendwartin Rosi Breig mit ihrem 28 gewonnenen Clubmeisterschaften sowie Isabel Hund, die 2012 einen Deutschen Meistertitel holte. Aber auch das gesellschaftliche Leben hat der TCB stets bereichert, so durch die beliebten Bobby-Car-Rennen, die legendären Oldie-Nights sowie seit vergangenem Jahr mit einer mit dem Schwarzwaldverein gemeinsam veranstalteten Sonnwendfeier. Natürlich gehören zu einem Geburtstag auch immer Gratulanten: In einem sehr persönlichen Grußwort erinnerte sich Bürgermeister-Stellvertreterin Angelika Ringwald daran, mit welcher Begeisterung sie als Kind immer direkt nach der Schule zum Tennisplatz geeilt war: »Einfach fantastisch« sei das gewesen. Besonders stellte sie den Zusammenhalt im Verein heraus und dankte im Namen der Gemeinde für das regelmäßige Engagement beim Kinderferienprogramm sowie für die Kooperation mit der Grundschule. Vereinssprecher Richard Kammerer betonte, dass sich der Tennisclub all die Jahre positiv, konstant und stabil entwickelt habe. In seiner Funktion als geschäftsführender Gesellschafter der Karl Knauer KG überreichte er eine Jubiläumsgabe. Regionalmarktleiter Rainer Griesbaum von der Volksbank Lahr übergab einen Scheck über 500 Euro. Die können gut gebraucht werden, denn in den Jahren 2017/2018 steht die General¬sanierung von drei Tennisplätzen an – eine dringend notwendige Maßnahme, die mit Kosten zwischen 70.000 und 90.000 Euro verbunden ist. Weiter gratulierte auch Bezirksvorsitzender Edgar Faller vom Badischen Tennisverband und betonte, dass beim TCB ganz besonders die Kontinuität im Ehrenamt auffalle. Dazu passte, dass er Schriftführer Stephan Wussler für dessen langjährige Tätigkeit als Schriftführer mit der Verdienstnadel des Bezirks auszeichnete. Er erledige diese Aufgabe seit 15 Jahren mit »Bravour und Humor«, lobte Faller in seiner gereimten Laudatio.

»Höchste Zeit für eine Revanche!«

Last but not least durfte Klaus Gaiser noch ein ganz großes Geschenk auspacken: Die befreundeten Tennisclubs aus Zell, Haslach, Oberharmersbach und Nordrach hatten sich etwas ganz Besonderes einfallen und eine stilvolle Bank anfertigen lassen, über welche sich die TCB-Mitglieder sehr freuten. Hans-Martin Moll, Vorstand des Tennisclubs Zell, überbrachte die Gratulationen der befreundeten Vereines. Und der Zeller Altbürgermeister nahm einen Ball an, dem ihm der Biberacher Altbürgermeister während seines Rückblicks zugespielt hatte: Bei der Einweihung der Tennisanlage am 17. Juni 1979 hatten die vier Bürgermeister der Talgemeinden ein Doppel gegeneinander ausgespielt: Den nagelneuen Platz als Sieger verlassen hatten dabei Wolfgang Bösinger (Biberach) und Otmar Ritter (Oberharmersbach), das Nachsehen hatten Hans-Martin Moll (Zell) und Bernhard Apfel (Nordrach). »Nach 40 Jahren ist es nun höchste Zeit für eine Revanche!«, forderte Moll schmunzelnd.

 

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